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Linear war. Exponentiell ist. Über Steaks aus dem 3-D-Drucker und die Premium-Region der Zukunft.

KRAFT.DAS MURTAL = Kraftvolle Bezirke Murau und Murtal
News | Linear war. Exponentiell ist. Über Steaks aus dem 3-D-Drucker und die Premium-Region der Zukunft.

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Hellwach denkend und lenkend führt der Weg via Automatisierung Richtung Digitalisierung. Und so nebenbei gilt es, die inhaltliche Positionierung hinzukriegen. Die Initiative „Kraft. Das Murtal“ steuert eine Region in die Zukunft.

Das Übermorgen hat begonnen, Sven Gabór Jánszky ist da gewesen. Der führende Zukunftsforscher Europas und Chef des größten Thinktanks Deutschlands referierte am Red Bull Ring. Sein Einstieg vor knapp 200 ZuhörerInnen: „Sind sie bitte vorsichtig, denn ich spreche über Dinge, die ich noch nie erlebt, noch nie gesehen habe“. Klar – es geht um die Zukunft, um ein Zielbild, z.B. 2030 und etliche Jahrzehnte später.

Bald hat er ihn aufgemacht, diesen Reality Gap. Er steigt ein in die Lücke zwischen dem Ist und der Utopie, jener Zukunft, die wir ansteuern. Anhand von Beispielen macht er vieles fest. Nicht übrigens, ohne die Frage nach der Ethik zu stellen und diese aus mehreren Perspektiven zu beleuchten. Damit ist schnell klar, dass z.B. Europa völlig anders tickt als etwa China.

Der ethische Ansatz macht den Unterschied. Vorerst.

Ein kurzer Blick in diesen Ethikkatalog am Beispiel eines Steaks aus dem 3-D-Drucker. Die gestellte Frage lautet, ob man das wolle und auch dürfe? EuropäerInnen sinnieren, ob ein gedrucktes Steak normal sei, natürlich, vielleicht menschlich. ChinesInnen suchen nach dem Nutzen, untersuchen den möglichen Schaden und etwaige Nebenwirkungen. Vor diesem Hintergrund geht das gedruckte Steak für EuropäerInnen nicht, für ChinesInnen hingegen schon. Und insgesamt wird es in einigen Jahrzehnten für die Menschheit zu verspeisen sein. Klingt logisch, wenn auch nicht appetitlich – vor dem Hintergrund von Welternährung und Klimaschutz. Ist also alles schlecht oder alles gut? Nun, den Unterschied macht der ethische Zugang.

Ein Schritt weiter: Vom Steak und hin zum Herz aus dem 3-D-Drucker. Und noch mehr: Hin zum Gespräch mit dem Großvater über seinen Tod hinaus. Wenn der alte Herr in seinen letzten Lebensjahren nämlich künstliche Intelligenz mit seiner Stimme, seinen Argumenten, seinen Gedanken speist, wird die Enkelin sich auch posthum mit dem geliebten Opa unterhalten können. Muss nicht sein, wenn es nicht gewollt ist. Kann aber sein, wenn’s einem passt.

Der Zeit voraus sein dank errechneter Prognose

Das Stichwort lautet „Quantencomputer“ – also Datensammeln in rauen Mengen und intelligent zuordnen. Bereits heute können solche etwa in Peking den Verkehr beobachten und den Autofahrern mitteilen, wie sie zu fahren haben und sich ein Stau wie von Gottes Hand geführt in etwa 40 Minuten auflöst – durch programmatisches Leiten der Verkehrsströme. Damit ist die Maschine der Realzeit voraus. Doch dieser „Blick in den Glaskugel“ geht noch viel weiter, das Codewort dazu ist „Predictive“ – die Prognose. Alles soll vorhergesagt werden. Wie viel kaufe ich wann wovon ein, zu welchem Preis verkaufe ich es an wen? Oder der tägliche Morgen. Man steht auf und geht zu seinem Kleiderschrank, um nach der idealen Garderobe für den Tag zu fragen. Während das Möbel antwortet, erhellt sich das Schlafzimmerfenster und lässt Tageslicht in den Raum. Gardine adé, Hightech ole´! Demnächst real.

Ein gangbarer Weg – der ins ewige Leben

Dafür benötigt es einige zusätzliche Annahmen. Wir brauchen die perfekte Gen-Analyse, die funktionierende Gen-Reparatur und alle Ersatzstücke, um unsere Organe im Zweifel auszutauschen sowie die motorischen Teile für unseren Körper. Dazu den Brain upload – Wissen bleibt nach wie vor ein Schlüssel zum Erfolg. Würde dieses Szenario etwa binnen 60 Jahren eintreten, hat die Enkelgeneration heutiger junger Eltern so etwas wie das ewige Leben vor Augen.

Warum sich Ärzte zum Teil heute leichter tun

Zurück aus der Zukunft, ein biederer Exkurs in die Gegenwart. Computer geben aktuell die bessere Diagnose als Ärzte, etwa bei der Krebserkennung. Sie sind um zwei Jahre früher im Erkennen und um 50 % exakter. Und dieses Faktum wird vom Menschen insofern gestützt, als er mittlerweile in vielen Fragen eher bereit ist, der Maschine zu glauben als dem Menschen. Heißt: Die künstliche Intelligenz ist auf der Überholspur. Kein Wunder, denn sie prognostiziert, beflügelt durch Wissenschafterhirne, gut. Computer errechnen die Einbruchswahrscheinlichkeit in Straßen – worauf die Polizei hinfährt und die Sicherheit steigt. Computer errechnen die Zukunftsfähigkeit von Politikern – und die Wahlen werden … So geht’s weiter mit der Frage nach sozialer Zufriedenheit und et cetera.

Wenn wir heute über Zukunft sprechen…

Wir diskutieren über das sogenannt simple – etwa über das Technologische zur Kommunikation. Hierzu gibt sich Sven Gabór Jánszky entspannt: Wichtig, dass es den umfassenden Ausbau von Datentechnologie gibt. Doch keine Sorge – sollte nicht jeder hinterste Winkel damit erreicht werden, binnen der kommenden zehn Jahre wird Telekommunikation via Satellit kommen, aus dem niederen Orbit, umgesetzt von Greg Wyler. Kein Bergkrater ohne Internet heißt dann die Realität. Erreichbarkeit bleibt dennoch steuerbar, weil etwa im Zuge eines entspannenden Bergurlaubs antwortet den Anfragenden einstweilen ein Computer.

Und schließlich der ländliche Raum. Wie positionieren?

Die Obersteiermark West etwa. Grün und positiv naiv. Automatisiert und zukunftsweisend digitalisiert. Es ist viel da, auf das es zu achten gilt in Zukunft. Vor diesem Hintergrund, auf dieser Basis von Natur und Technolgie, von Entspannung und Einkommen, rät Sven Gabór Jánszky zu einer Doppelstrategie, zu einem glaubwürdigen Doppelprofil, gefasst in einer Marke. Die sich schließlich zusammensetzt aus Gesundheit und Natur, sowie aus Digital-Tech zwischen Raumfahrt und Brain Lab. Aus einer Mischung von realen BewohnerInnen und E-ObersteirerInnen. Denn nicht jeder wird vor Ort sein müssen, um diese Gegend körperlich zu genießen. Und jene, die vor Ort sein werden, die sind dann zu den Eliten zu zählen. Der ländliche Raum, wenn man es richtig anstellt, wird demnach Premium. Sven Gabór Jánszkys Wort ins Ohr eines Quantencomputers … Und in Gottes Ohr, selbstverständlich.


Reaktionen aus dem Publikum aus der Diskussion nach dem Vortrag

Klaus Rainer, Sprecher „Kraft. Das Murtal“

Wir sehen nicht pessimistisch in die Zukunft. Die meisten unserer Unternehmen werden 2030 noch unter den Lebenden sein, da sie den Geist der Innovation in sich tragen. Dazu kommt ein prosperierender Tourismus und eine aktive Land- und Forstwirtschaft.

Insgesamt sehen wir den demografischen Wandel und versuchen daraus mit kluger Standortentwicklung die richtigen Zukunftsszenarien zu modellieren.

Florian Hampel, Industrieller (HAGE, Obdach)

New Work – unsere Unternehmen beschäftigen sich mit den sich rapide ändernden Arbeitsverhältnissen durch Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Die Werte sind Selbstständigkeit, Handlungsfreiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft. Heißt z. B.: Die Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit, Familie.

Manfred Wehr, Vorstand Stadtwerke Judenburg

Innovation und Infrastruktur stehen immer in einem Spannungsfeld in einem Multi Utility Unternehmen. In unserer Region ist die Geschwindigkeit bei Datentransfers in den letzten Jahren um das 200.000-fache gestiegen. Heute nutzen wir die staatliche Fördermilliarde, um auch die Peripherie mit Digitaltechnologie zu versorgen.

Bibiane Puhl, Geschäftsführung Kraft. Das Murtal

Auch wenn der Bedeutungsverlust des Expertentums für einige Berufsgruppen durch künstliche Intelligenz kommen wird – der Mensch wird weiter gebraucht. Er wird aber vom Experten, der bisher verkauft oder gepflegt hat, zum begleitenden Coach. Damit bleibt eines: Die Fachkraft, die ihren Job von der Pike an erlernt hat und technischen Entwicklungen offen entgegentritt.


Kooperationspartner: IV Industriellenvereinigung Sparte: Die Industrie, Holzinnovationszentrum Zeltweg, Steirische Wirtschaftsförderung SFG, Steiermärkische Sparkasse

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