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Pressekonferenz: Industrie-Energiekrise – Konsequenzen und Lösungsansätze

Repräsentanten von Stahl Judenburg, Hendrickson und Wuppermann (in der Stahlproduktion tätig), Zellstoff Pöls, Hage Sondermaschinenbau und den Stadtwerken Judenburg wandten sich am Donnerstag, 13. Oktober 2022, an die Öffentlichkeit.

 

Gaslieferstopp? Was nun?

Die Reduktion des Erdgasverbrauchs und der Umstieg auf alternative Energieträger hat in der Mehrzahl der Unternehmen nicht nur begonnen, sondern ist schon weit gediehen. Ganz ohne Erdgas würde aber in den meisten Unternehmen die Produktion eingestellt oder zumindest massiv heruntergefahren werden müssen. Das hätte in mehrfacher Hinsicht dramatische Auswirkungen. Wenn wichtige Betriebe ihre Produktion zurücknehmen müssen, leiden nicht nur sie und deren Beschäftigte darunter. Es kommt auch zu einem Dominoeffekt für Familien, Kleinbetriebe in deren Umgebung und die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Die Reduktion und schrittweise Substitution von Erdgas am Weg zur CO2-Neutralität gehört zu unserem Tagesgeschäft. Eine Unterbrechung der Gasversorgung würde aber zum derzeitigen Zeitpunkt nicht nur die Zellstoff- und Papierproduktion zum Erliegen bringen, auch die Fernwärmeversorgung aus Prozessabwärme für 11.000 Haushalte in der Region sowie Schulen, Spitäler oder Kindergärten wäre nicht mehr gewährleistet“, fasste Zellstoff-Pöls-Technikchef (CTO) Heinz-Peter Schnedl die Herausforderung zusammen, die sich für die Unternehmen stellt. Nicht minder einschränkend würde sich ein Gaslieferstopp auch bei Wuppermann auswirken. Der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stahl Judenburg angesiedelte Produktionsstandort der Wuppermann-Gruppe, könnte zwar weiterarbeiten – „aber in kalten Hallen“, schildert Geschäftsführer Hubert Pletz dieses Notfallszenario.

 

Anteil an selbst erzeugter Energie drastisch erhöhen

Gleichzeitig bemühen sich regionale Energieunternehmen erfolgreich, die Abhängigkeit vom internationalen Energiemarkt immer weiter zu senken: Unser Ziel als regionaler Energieversorger ist es, die Ressourcen in der Region zu nutzen und so unseren Kund:innen auch langfristig Strom zu fairen Preisen zu liefern. Aktuell erzeugen die Stadtwerke Judenburg rund ein Viertel der verteilten Energie selbst in sechs Wasserkraftwerken und zwei Photovoltaik-Parks. Durch das Projekt Stadtkraftwerk Judenburg bei dem drei, seit mehr als 100 Jahren bestehende, Murkraftwerke zu einem leistungsfähigen und modernen Wasserkraftwerk vereint werden, durch Photovoltaikparks und ein Windkraftprojekt im Raum Trofaiach wollen wir die Eigenerzeugungsquote auf 50 bis 70 Prozent steigern“, sagte Manfred Wehr, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Judenburg.

 

Energie zunehmend als Wettbewerbsnachteil

Aber: Zahlreiche Betriebe der Region sind in energieintensiven Branchen tätig, obwohl sie mit deutlich weniger Energie auskommen als internationale Mitbewerber. „Die Energie ist in Europa signifikant teurer als z.B. in Asien oder der USA – wenn das langfristig so bleibt, dann werden Industrien abwandern müssen. Wir haben enorme Preissteigerungen, unsere langfristigen Verträge beinhalten jedoch üblicherweise Festpreise, damit haben wir tagtäglich zu kämpfen“, warnte Hage-Sondermaschinenbau-Geschäftsführer Florian Hampel. Wobei es auch innerhalb Europas nicht tragbare nationalstaatliche Unterschiede gibt, wie Hendrickson-Geschäftsführer Armin Gößler erläutert: So gebe es etwa auf der iberischen Halbinsel von der EU genehmigte Preisdeckel, wodurch die direkte innereuropäische Konkurrenz einen klaren Wettbewerbsvorteil am internationalen Markt habe. 

 

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Lösung auf europäischer Ebene gefordert

„Unsere Industrie steht für über ein Drittel der Wertschöpfung in der Steiermark und diese Industrie ist zu einem Gutteil energieintensiv. Die aktuellen Herausforderungen treffen demnach die Steiermark, ihre Industrie und deren Beschäftigen ganz besonders. Nachhaltige Abhilfe können nur Lösungen auf europäischer Ebene schaffen – die Entkoppelung von Gas- und Strompreis ist dabei zentrales Element“, ergänzte Florian Hampel in seiner Funktion als Vorsitzender der Initiative Kraft. Das Murtal. Die Folgen einer etwaigen Abwanderung – nicht nur für das betroffene Unternehmen, sondern für die gesamte Region – bringt Heinz Kettner, Geschäftsführer von Stahl Judenburg (GMH-Gruppe) auf den Punkt: „Wenn ein Glied in der Wertschöpfungskette reißt, kommt es zu einer Kettenreaktion.“

 

Nachhaltigkeitsprojekte trotz Kostenbelastung 

Einig ist man sich am „Stahlstandort“, dass man das Geld, das derzeit für die Abdeckung der Mehrkosten für die Energieversorgung aufgebracht werden muss – bei der Stahl Judenburg ist es im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von elf Millionen Euro, bei Wuppermann und Hendrickson sind es jeweils rund zwei Millionen mehr, lieber in Energieeinspar- oder andere Nachhaltigkeitsprojekte investieren würde. Teilweise tun sie es trotzdem. Jeweils 14 Millionen Euro fließen bei Stahl Judenburg und Wuppermann in Kapazitätserweiterungen und moderne Fertigungstechnologien. Aktuell werden zudem Photovoltaikanlagen bei allen drei Firmen fertiggestellt, die bei jedem Betrieb bis zu 400 Kilowattstunden Leistung liefern. „Wir sind Teil der Transformation in Richtung Nachhaltigkeit“, stellen die Betriebe der Region unisono klar.

 

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Aufbau

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Steigerung

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Forcierung & Intensivierung

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verflechtungen

Stärkung

der regionalen Verantwortung von seiten der heimischen Wirtschaft

Stärkung

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Für die optimale Umsetzung der Ziele wurden die Schwerpunktprogramme
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definiert. Innerhalb dieser Schwerpunktprogramme gibt es wiederum mehrere Teilprojekte,
die gemeinsam mit den Partnerunternehmen umgesetzt werden.

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