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News | Workshop "Unser Plastik-Dilemma"

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Im Rahmen unseres Teilprojektes "Nachhaltigkeit/CSR" luden wir - gemeinsam mit der WIN - Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit des Landes Steiermark und der WKO - zum Workshop "Unser Plastik-Dilemma". Zahlreich erschienene Verantwortliche und Schlüsselpersonen für "Umwelt und Abfall" aus den Kraft-Betrieben setzten sich mit dem Thema "Kunststoff: Realität - Mythen - Alternativen" auseinander. Im Vordergrund stand die Wissensvermittlung durch Dr. Wolfgang Pekny von der Universität für Bodenkultur Wien sowie Koordinator der strategischen Ausrichtung von Greenpeace-Österreich. Im zweiten Teil referierte Karl Steinwender, langjähriger Berater und Projektleiter im Bereich Qualitäts-, Umwelt- und Gesundheitsmanagement.


Im Rahmen des Workshops wurde der Frage nachgegangen, ob Plastik wirklich so umweltschädlich oder schlicht weg der "Buhmann" ist. Die Frage ist komplexer zu beantworten als es oftmals dargestellt wird. Denn ein großer Anteil an Plastik wird recycliert bzw. ist fest verbaut in Gebäuden, Maschinen oder Fahrzeugen. Ein weiterer Teil wird thermisch genutzt. Obwohl in der EU jährlich rund 27 % des verwendeten Plastik nach wie vor deponiert werden, bietet die lange Nutzungsdauer des festverbauten Kunststoffs große Vorteile für Verbraucher und auch die Umwelt. Beispielsweise ersetzen Kunstfasern Daunenfedern oder Pelze, eine Umkehr dieses Trends hätte fatale Folgen.

Lebenszyklusanalysen im Rahmen von Ökobilanzierungen können dabei helfen, die Umweltauswirkungen von Produkten oder Unternehmen abzuschätzen. Beim Produkt Fleisch machen beispielsweise die Positionen Transport und Verpackung lediglich 10 % des gesamten Energiebedarfs aus. Die landwirtschaftliche Tier- und Pflanzenproduktion bilden hier mit 50 % den größten Anteil (Ausnahmen bilden Lebensmittel, die per Flugzeug importiert werden). Eine aussagekräftige Ökobilanzierung benötigt jedoch mehrere Aspekte wie die Betrachtung von Opportunitätskosten. So kann Verpackung einfach wegzulassen oftmals ökologisch betrachtet unsinnig sein. Denn Laptops aus Asien ohne Verpackung zu transportieren würde bedeuten, dass eine große Anzahl der Computer beschädigt werden würde. Die kaputten Laptops würden dann einen viel höheren Footprint hinterlassen als die Verpackung es tut.

Abschließend gingen Pekny und Steinwender noch auf die "fünf F" Regel ein, mithilfe dessen eine "bessere Welt" noch möglich sei:

  • Flugzeuge: besser nie!
  • Fahren mit dem Auto: weniger, langsamer, nie alleine, am besten mit Sonnenstrom
  • Fleisch und tierische Produkte reduzieren, lokale und jahreszeitengerechte Produkte bevorzugen, so viel wie möglich aus Bio-Landbau
  • Wohnen wie im Fass: gut gedämmt, kleiner, erneuerbare Energie, öffentlich erreichbar
  • Freude an einem guten Leben durch das gute Gefühl, weniger auf Kosten Anderer zu leben!

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